Israel
Isrealischer Bestseller. Geschätzte Leserinnen, geschätzte Leser.
Ohne in der Lage zu sein, einen allfälligen Wahrheitsgehalt zu prüfen
- denn nur die Sieger schreiben sonst eben Geschichte - lasse ich Euch
diese Informtion zugehen.
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Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?
von Jonathan Cook - http://www.tlaxcala.es www.tlaxcala.es , 18.10.2008
Gespräch mit dem Historiker Shlomo Sand.
Israelischer Bestseller bricht nationales Tabu - Die Idee eines
jüdischen Volkes ist erfunden, sagt der Historiker Shlomo Sand
Keiner ist mehr überrascht als Shlomo Sand, dass seine letzte
akademische Arbeit seit 19 Wochen auf Israels Bestsellerliste steht ?
und dass der Professor für Geschichte solch einen Erfolg hat, obwohl
sein Buch Israels größtes Tabu bricht.
Dr. Sand behauptete, dass die Idee einer jüdischen Nation die
dringend einen sicheren Hafen benötigte, ursprünglich dazu verwendet
wurde, um die Gründung des Staates Israel zu rechtfertigen ein
Mythos ist, der erst seit gut 100 Jahren besteht.
Dr. Sand, ein Experte der europäischen Geschichte an der Tel Aviver
Universität, machte gründliche historische und archäologische
Untersuchungen, um nicht nur seine Behauptung zu bestätigen, sondern
noch einige mehr ? die alle gleich kontrovers sind.
Außerdem behauptet er, dass die Juden niemals aus dem Heiligen Land
vertrieben worden waren, dass die meisten der heutigen Juden gar keine
historischen Verbindungen zum Land, das Israel genannt wird, haben,
und dass die einzige politische Lösung für den Konflikt des Landes
mit den Palästinensern der wäre, den jüdischen Staat abzuschaffen.
Der Erfolg des Buches ?Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden??
wird sich wahrscheinlich rund um die Erde wiederholen. Eine
französische Ausgabe kam im letzten Monat heraus und wird so schnell
verkauft, dass es schon eine dritte Auflage gibt.
Übersetzungen in ein Dutzend Sprachen, einschließlich arabisch und
englisch wurden schon in Angriff genommen. Aber er sagte bereits eine
scharfe Reaktion von Seiten der Pro-Israel-Lobby voraus, wenn es von
seinem englischen Verleger Verso im nächsten Jahr in den USA
herausgegeben wird.
Im Gegensatz dazu sind die Israelis wenn auch nicht gerade hilfreich
so doch wenigstens neugierig auf seine Argumente gewesen. Tom
Segev, einer der führenden Journalisten des Landes, nannte das Buch
faszinierend und herausfordernd.
Überraschenderweise schreckten seine akademischen Kollegen in Israel
zurück, sich mit seinen Argumenten aus einander zu setzen, sagte er.
Eine Ausnahme sei Israel Bartal, ein Professor für jüdische Geschichte
an der hebräischen Universität in Jerusalem. In Haaretz der
israelische Tageszeitung gibt er sich keine große Mühe, Dr. Sands
Behauptungen zu widerlegen. In seinem Artikel geht es ihm weniger
darum, seinen Beruf zu verteidigen: er meint, dass die israelischen
Historiker über das Wesen der jüdischen Geschichte nicht so ignorant
seien, wie Dr. Sand es behauptet.
Die Idee zu diesem Buch sei ihm schon vor vielen Jahren gekommen,
sagte Dr. Sand, aber er wartete damit und begann es erst vor kurzem.
Ich kann nicht behaupten, dass ich besonders mutig bin, das Buch
erst jetzt zu veröffentlichen, ich wartete damit bis ich Ordinarius
bin. Man muss in der israelischen akademischen Welt für Ansichten
dieser Art einen Preis bezahlen.?
Dr. Sands Hauptargument ist, dass bis vor etwas mehr als einem
Jahrhundert, Juden sich selbst nur als Religionsgemeinschaft
verstanden. Zur Jahrhundertwende des19./20. Jahrhundert stellten
zionistische Juden diese Idee in Frage und begannen eine nationale
Geschichte mit der Idee zu erfinden, dass es abgesehen von einer
jüdischen Religion auch ein jüdisches Volk gebe.
Genauso war den Juden die zionistische Idee, dass Juden verpflichtet
seien, aus dem Exil in das verheißene Land zurückzukehren , ganz
fremd, fügte er hinzu.
Der Zionismus veränderte die Idee von Jerusalem. Vorher waren die
heiligen Stätten nur als Orte der Sehnsucht angesehen, nicht als
solche, an denen man leben sollte. 2000 Jahre lang blieben Juden von
Jerusalem weg, nicht weil sie nicht zurückkehren konnten, sondern weil
es ihnen ihre Religion verwehrte, bevor der Messias kommt.
Die größte Überraschung während seiner Nachforschungen kam, als er
nach den archäologischen Beweisen aus der biblischen Ära zu suchen
begann.
Ich war nicht als Zionist großgezogen worden, aber wie alle andern
Israelis nahm ich es als selbstverständlich, dass die Juden ein Volk
waren, das in Judäa lebte und dass alle von den Römern im Jahre 70
n.Chr. vertrieben worden waren.
Aber als ich begann, nach den Beweisen zu schauen, entdeckte ich,
dass die Königreiche von David und Salomo Legenden waren.
So ähnlich ist es mit dem Exil. Tatsächlich kann man das Judentum
nicht ohne das Exil erklären. Aber als ich damit anfing, nach
Geschichtsbüchern zu suchen, die die Ereignisse dieses Exils
beschreiben, konnte ich nichts finden, nicht eines.
Und zwar deshalb, weil die Römer keine ganzen Völker vertrieben
hatten. Tatsächlich waren Juden in Palästina vor allem Bauern, und
aller Wahrscheinlichkeit nach blieben sie deshalb auf ihrem Land.?
Stattdessen glaubt er, dass eine alternative Theorie plausibler ist:
das Exil war ein Mythos, der von den frühen Christen erfunden wurde,
um die Juden dem neuen Glauben zuzuführen. Die Christen wollten, dass
spätere Juden glaubten, ihre Vorfahren seien als Strafe Gottes
vertrieben worden ( weil sie Jesus nicht als Messias angenommen hatten
R.).
Wenn es also kein Exil gab, wie ist es dann möglich, dass es so viel
Juden über den ganzen Globus zerstreut gab, bevor der moderne Staat
Israel damit begann, sie zur Rückkehr zu ermutigen?
Dr. Sand sagte, dass in den Jahrhunderten vor und nach der
christlichen Ära, die jüdische Religion eine missionarische Religion
war, die sich sehr um neue Anhänger bemühte. Dies wird in der
römisch-lateinischen Literatur jener Zeit erwähnt.
Juden reisten in andere Regionen und versuchten Konvertiten zu
gewinnen, besonders im Yemen und unter den Berbern in Nordafrika.
Jahrhunderte später konvertierte das Volk der Khazaren im Süden
Russlands en masse zum Judentum und wurden so der Ursprung der
aschkenazischen Juden Mittel- und Osteuropas.
Dr. Sand weist auf den seltsamen Zustand der Leugnung hin, in dem die
meisten Israelis leben, und macht auf Zeitungen aufmerksam, die vor
kurzem ausführlich von der Entdeckung der Hauptstadt des
Khazaren-Königreichs nahe des Kaspischen Meeres berichteten.
Ynet, die Internetside von Israels meist gelesener Tageszeitung
Yedioth Ahronoth hat die Überschrift: Russische Archäologen finden
die seit langem verlorene jüdische Hauptstadt.
Doch keine der Zeitungen so fügt er hinzu hat die Bedeutung
dieses Fundes zu den üblichen Berichten jüdischer Geschichte
berücksichtigt.
Eine weitere Frage legt Dr. Sands Bericht nahe, wie er selbst bemerkt:
wenn die meisten Juden nie das Heilige Land verlassen haben, was wurde
aus ihnen?
Es wird nicht in israelischen Schulen gelehrt, aber die meisten
frühen zionistischen Führer, einschließlich David Ben Gurion glaubten,
dass die Palästinenser die Nachkommen der ursprünglichen Juden des
Gebietes waren. Sie glaubten, dass die Juden später zum Islam
konvertierten.
Dr.Sand schreibt seinen Kollegen (zu große) Zurückhaltung zu, um sich
mit ihm zu einer stillschweigenden Anerkennung durch viele zu
engagieren, damit das ganze Gebäude der ?Jüdischen Geschichte?, wie
sie noch an den israelischen Universitäten gelehrt wird, wie ein
Kartenhaus in sich zusammenfällt.
Das Problem mit dem Fach Geschichte in Israel hängt mit einer
Entscheidung in den 30er-Jahren zusammen, wo man die Geschichte in
zwei Disziplinen teilte: allgemeine Geschichte und jüdische
Geschichte. Man nahm an, dass jüdische Geschichte ein eigenes
Studienfach benötige, weil die jüdische Erfahrung als einzigartig
betrachtet wurde.
Es gibt keine jüdische Abteilung für Politik oder Soziologie an den
Universitäten. Nur Geschichte wird auf diese Weise gelehrt und hat so
Spezialisten jüdischer Geschichte erlaubt, in einer insularen und
konservativen Welt zu leben, in der sie nicht von modernen
Entwicklungen der historischen Forschung berührt wurden.
Ich bin in Israel dafür kritisiert worden, weil ich über jüdische
Geschichte schreibe, obwohl mein Fachgebiet europäische Geschichte
ist. Aber ein Buch wie dieses braucht einen Historiker, dem die
üblichen Konzepte historischer Nachforschungen der akademischen Welt
von überall vertraut sind.
Quelle:
<http://www.thenational.ae/article/20081006/FOREIGN/279853798> Book
refuting Jewish taboo on Israel?s bestseller list
Originalartikel veröffentlicht am 6.10.2008
AUTOR: Jonathan COOK ?????? ???
Übersetzt von Ellen Rohlfs
WIE DER ISRAELISCHE STAAT ERFUNDEN WURDE.

